Hualfin

Nach einer Nacht mit Rockkonzert gegenüber der Straße (die Band begann erst um 23.30 zu spielen, Musik war aber gut) geht es über die Pampa Richtung Hualfin. Pampa heißt hier wüstenartig. Erst ein breites Tal mit jeder Menge trockener Flussläufe.

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Warm ist es wieder, der Esel weiß, was zu tun ist.

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Am Abend kommen wir nach Hualfin. Hier gibt es mitten in seltsamen Felsformationen warme Quellen.

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Ich nutze die zur Verfügung stehenden Duschbäder zur Genüge und lasse mich von einer einheimischen Familie auf einen guten Tropfen Eigenbau-Wein einladen –rot, schwer, süß. Heute Sonntag wird in Argentinien Muttertag gefeiert. Bei einem Rundgang genieße ich die eigenartige Szenerie – geformt von Wind und Wasser in einem Gemisch aus Sand, Konglomerat und Sandstein, alles in Rot gehalten.

 

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Quebrada Conchas

Wir fahren weiter nach Süden. Erst flaches Gebiet, dann kommen wir in das Quebrada (Tal) Conchas. Eine Szene, wie ich sie sonst von Bildern aus Arizona kenne. Rote Berge mit stark ausgeprägten Querformationen.

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Durch diese Formationen schlängelt sich die Straße. Die spanische Sprache beschreibt bildhaft (für jene, die etwas mit einer Sinuskurve anfangen können): „Camino Sinuoso“.

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Am Ende des Canyons beginnt der Weinbau. Wir kommen nach Cafayate. Ein lieblicher Ort, in dem wir einige Flaschen guten Weines leeren.

Die Vegetation ist gegenüber Mitteleuropa verkehrt: Es ist Anfang Frühling. Die Maulbeeren sind reif. Der Wein ist am Beginn seiner Vegetationsperiode.

Nun wird die Landschaft wieder trockener, teilweise wüstenartig. Mittags haben wir Temperaturen knapp an die 40°C. In diesem trockenen Gebiet hat sich ein Dorf mehr als hundert Jahre lang den Spaniern widersetzt (die Gallier Argentiniens). Heute stehen noch die Grundfesten dieser Ansiedlung – Ruinas des Quilmes. Mittendrinn riesige Kakteen.

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Zum Radfahren: Ja, das macht hier auch die Polizei.

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Heute 18. Oktober nächtigen wir am Campingplatz von Santa Maria.

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Salta – nun eingeschränkt mobil

Salta: 10 Minuten im Postamt. Fahrrad abgesperrt, trotzdem weg.
Als kleines Retourfoul keine Info unds keine Fotos aus dieser Stadt. Wie war der Name?
Es ist wirklich unglaublich. Nur zwei Tagesetappen com Altiplano uns alles ist anders: Wetter, Bevölkerung, Wirtschaft, Geschäfte, Vegetation, Straßen, Quartiere, Restaurants,… Ein echter Kulturschock für uns.

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Cerro de Pasco

Wir starten in Huanuco auf knapp 2.000m Seehöhe und verfolgen ein einziges Tal mit einem Bächlein – über 100km und bis auf 4.300m. Bei rund 3.500 ist die Baumgrenze.

Spannend auf der Straße. Aufpassen muss man auf Tiere, aber heute nicht auf Schafe oder Ziegen sondern auf Schweine! Die laufen hier herum, wie anderswo Schafe.

Für die Biker hart ist die größte Steigung auf den letzten 5km. Und was erwartet uns am Pass auf 4.300m? Ein riesiges Loch! Und eine Stadt. Und Schutt. Cerro de Pasco ist eine Bergbaustadt rund um eine große Mine (das Loch) und riesige Abraumhalden. Im Umfeld befinden sich weitere Minen – Zink, Silber.

Mit Sonnenuntergang (18.30 Uhr) wird es empfindlich kalt. Es gibt niemanden ohne Haube und dicke Jacke. Am Abend hat es um die 0 Grad. Bin auf die Frühtemperatur gespant. Heizungen gibt es hier nicht, dafür dicke Wolldecken.

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Argentinien

Wir sind in Argentinien angelangt. Gemäß Straßenschild an der Grenze sind es noch 5.200km nach Ushuaia. Wahrscheinlich ein paar Kilometer mehr, da wir ja nicht unbedingt die kürzeste Route nehmen.

Wir sind aber sowohl zeitlich als auch nach der Entfernung etwa bei der Hälfte der Reise angelangt. Bislang drei Staaten – nun noch einer. Hier sind die Distanzen doch etwas anders als in Europa.

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Merklich anders als in Peru und Bolivien sind die Fahrzeuge: Die Busse sind top. Die Kleinfahrzeuge stammen vornehmlich von europäischen und nordamerikanischen Herstellern und tragen nicht mehr chinesische Markennamen. Es gibt auch deutlich mehr Privatautos und weniger Kleinbus-Taxis. Auch Hostels und Toiletten weisen einen höheren Standard auf – ja und Internet funktioniert auch. Allerdings: es geht auch hektischer zu.

Was sich noch geändert hat, ist die Zeitzone. Nunmehr nur mehr 5 Stunden Differenz zu MEZ, mit der Winterzeit in Europa aber doch wieder 6 Stunden. Auch die Tage werden bereits länger. Waren es am Äquator exakt 12 Stunden, sind es nun bereits gegen 15 Stunden.

Heute 12. Oktober schlafen wir im freien Gelände. Übermorgen 14. Oktober kommen wir in Salta an. Dort haben wir zwei Rasttage.

Kaum zu glauben, dass es bereits Oktober ist. Für uns ist es jetzt warm geworden, nachdem wir uns nicht mehr auf 4.000m bewegen, sondern nur mehr zwischen 3.000m und 3.500m. Ich bin schon gespannt auf morgen Abend, wenn wir nach mehr als einem Monat wieder auf etwa 1.500m „hinabtauchen“.

Einiges wird sich in Salta am Teilnehmerfeld ändern, nachdem acht Teilnehmer (geplant) ausscheiden. In Salta, Mendoza und Bariloche werden neue Teilnehmer hinzukommen.

Übringens: Wieder Reifenwechsel. Mit einem lauten Knall hat sich ein Hinterreifen „verabschiedet“. Ein zehn Zentimeter langer Riss in der Seitenwand. Nun hat sich unser Bestand an Reservereifen schon von drei auf einen reduziert.

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Tupiza

Rasttag. Wir sind nur mehr auf rund 3.000m Seehöhe. Es ist sehr warm. Die Umgebung ist grandios. Teilweise Wüste mit Türmen aus Konglomerat-Gestein. Unglaubliche Felsformationen. Dazwischen Flussoasen mit tiefgrünen Bäumen.

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Ich radle wieder durch die Gegend und denke an Western – Indianer, Pferde, Bösewichte. Da gerate ich doch wirklich in einen Dreh zu einem Film. Unmengen Komparsen werden eingekleidet: Indianer und Kavallerie.

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Zwei ereignisreiche Tage

Fahrt von Uyuni nach Tupiza – zwei ereignisreiche Tage.

Noch während wir in Uyuni für den Mittagstisch einkaufen, ereilt uns die Botschaft, dass ein Radfahrer gestürzt ist. Vorerst nichts Schlimmes dabei gedacht. Allerdings knapp 1 km außerhalb der Stadt liegt der Radfahrer noch immer am Boden – intensive Schocksymptome und eine schmerzende Schulter. Zurück in die Stadt ins Krankenhaus. Röntgen. Die Schulter könnte ausgerenkt sein. So sicher kann das der Radiologe nicht sagen. Äußerlich ist es auch nicht klar erkennbar. Was tun? Die Ärzte im Krankenhaus lehnen weitere Aktivitäten ab: „Am günstigsten wäre ein Transport in die nächstgrößere Stadt – 200km und zumindest drei Stunden Fahrzeit.“ Dann hat unsere Jung-Ärztin die Verantwortung übernommen, ein kräftiger Zug am Arm, schnapp und die Schulter war wieder drinnen. Nochmals ein Röntgen – alles ok. Wir können beginnen, den Radlern nachzufahren.

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Nach übelster Waschbrettpiste (zweimal musste ich den Ganghebel wieder einhängen) kommen wir am Nachtplatz an. Ein Blick rund ums Auto, ob alles ok ist. Kurzes Nachdenken: Im Heck da waren doch zwei Reserveräder, nun nur eines. Kurzer Blick. Die Aufhängung ist gebrochen, das Rad offenbar verloren. Das muss aber doch irgendwo auf der Strecke liegen. Suchen!

Wieder die Waschbrettpiste und ein paartiefe Sandfelder zurück nach Uyuni. Gut 100km sportlich gefahren (was der LKW so hergibt) in knapp drei Stunden – in der Nacht. Kein Rad im Scheinwerferkegel. Angekommen in Uyuni. Batteriebox locker, Gasflaschen locker: befestigen. Die Rolltore zum Werkzeug gehen nicht auf. Nach eineinhalb Stunden war auch das Problem gelöst. Es ist inzwischen 23 Uhr.

Der Wecker läutet um 4:30 Uhr. Abfahrt 4:45. Wieder zurück. Nun im dämmernden Morgenlicht. Wieder sportlich gefahren knapp drei Stunden. 60 bis 65 km/h macht der LKW bei Vollgas mit schwarz rauchendem Auspuff auf 4.000m über die tiefen Waschbrettrillen. Kein Rad zu sehen. Wir kommen geradevor der Abfahrt der Radler aus dem Nachtcamp zurecht. Packen. Weiterfahrt.

Nun geht es über wunderbare kurvige Schotterstraßen über den nicht mehr so planen Alto. Mittagstisch auf der Passhöhe. Wunderbar.

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Weiter: Kurzer Stop für ein Foto. Ein Blick auf das Heck des LKW. Da steckt doch ein Stein zwischen den Zwillingsreifen. Der muss raus. Aber er wehrt sich. Also LKW-Rad lockern (gut, dass ich mehr als 70kg wiege, um stehend auf dem Radmutternschlüssel die Muttern lockern zu können). Der Stein gibt endlich auf.

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Wir kommen gut in Tupiza an. Großartige Szenerie.

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Nun noch Diesel und Wasser tanken und nach den staubigen Strecken den LKW waschen. Ein Blick rundum. Da ragt doch glatt ein Nagel aus dem Reifen. Also nochmals eine Stunde beim Reifen“schuster“. Mittlerweile ist es stockdunkel. Die Reifenreparatur erfolgt auf der Straße im schwachen Licht der Straßenlaterne.

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Uff – die beiden Tage waren doch anstrengend.

Übrigens: Die Strecke seit dem Salzsee Salar de Uyuni entspricht etwa der Strecke der Dakar-Rallye im Jänner 2014.

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