Stolz sitzen sie auf ihrem Pferd, die Gauchos. Sie tauchen auf aus dem Nirgendwo und lassen ihr Pferd fröhlich traben – und verschwinden im Irgendwo. Häuser, Wasser oder Hinweise auf bewohnbares Gebiet gibt es hier nicht. Einzig die Zäune, die auch wüstenartiges Gebiet über hunderte Kilometer abgrenzen, zeugen von menschlichen Aktivitäten.
Archiv des Autors: whauer
Chos Malal
Chos Malal ist so etwas wie eine Bezirkshauptstadt – allerdings für eine Flächen zumindes so groß wie Niederösterreich. In der Stadt – und damit im ganzen Einzugsgebiet besteht eine Tankstelle – Wartezeit zwei Stunden!
Da Rasttag, mache ich wieder einen Ausflug, diesmal zu Fuß. Erst Gebrüll im Baum. Eine Horde Papageien hat sich niedergelassen. Prächtig in den Farben.
Tagsüber wird der Wind immer wieder stärker und er bläst heftig – erfreulicherweise nicht kalt. Ein Vorgeschmack auf die kommenden Stages. Wir fahren nach Süden, der Wind kommt von Westen, also Seitenwind. Ich bin gespannt.
Traumautos
unserer Jugend (jetzt 50+). Hier fahren sie noch – wenn auch nicht immer in traumhaftem Zustand. Wir sprechen hier von Baureihen der 70er Jahre. Aus amerikanischer Fertigung sind deutlich ältere Modelle unterwegs.
Fiat: Hier sind auch noch Fiat 600 im Einsatz – wer kann sich daran noch erinnern?
Citroen Ami 8 (mein Auto anno 1981 – Baujahr Anfang 70er – hat damals weniger gut ausgesehen als das Modell am Foto)
Ford Falcon – hier Baujahr 1973
Oder doch ein Amerikanischer Pickup? Heute als SUV bezeichnet!
Träumte wer von Ami-Limousinen?
Patagonien
Nach einem grandiosen Sonnenuntergang folgen wir am Morgen erst weiter dem Rio Grande, der sich durch das weite Land mäandriert. Dazwischen bahnt er sich einen Canyon durch Lava.
Abends erreichen wir den letzten Teil unserer Reise: Patagonien. Mit der Überquerung des Rio Barrancas haben wir die Grenze zur Region Patagonien überschritten.
Wir sind mitten im Vulkanland. Überall ragen Kegel aus dem Boden – wenige Meter hoch bis zu mehr als 4.000m (im Hintergrund der Payun, der bei jedem Licht schwarz ist, jedes Licht schluckt, wie ein Schwarzes Loch).
Nach einem wunderschönen Abendrot in Barrancas
machen wir am Weg nach Chos Malal Lunch zwischen dem Vulkan Tromen (4.114) und dem Wayle (3.296m). Dazwischen ein See mit Flamingos
Das Wetter hat sich stabilisiert. Tagsüber kommen wir wieder mit T-Shirt und kurzer Hose aus, soferne nicht der berühmte Wind Patagoniens bläst – und der ist kräftig und kühl.
Hinweis: Die Blogeintragungen werden nun in größeren Abständen erfolgen. Internet ist hier kaum mehr verfügbar. Die Orte liegen weit auseinander und sind sehr klein mit wenig Infrastruktur. In der Argentinienkarte 1:1Mio. sind Orte eingezeichnet, die aus einem bis maximal fünf Häusern bestehen! Dafür betragen die Distanzen zwischen diesen „Orten“ mehr als 100km.
Versorgung am Land
Weiter Richtung Süden. Das Wetter wurde wieder besser. Nachts kalt, tagsüber heizt die Sonne wieder, begleitet von starken Winden – wir nähern uns Patagonien. Weiterhin weite. Lange Täler. Entfernungen von 200km zwischen Ortschaften. Dazwischen einzelne Häuser.
An einem Versorgungspunkt für diese einzelnen Häuser haben wir heute 4. Nov. Lunchpause gemacht. Eine gemütliche Gaststube, verbunden mit einem Kaufhaus. Hier gibt es alles Wichtige – Angelhaken, Milch, Mehl, Haarshampoo, Bier, Bohnendosen, Whiskey.
Platte Reifen
Gestern Radausflug mit unplattbaren Reifen. Hat gepasst – 1.500 Höhenmeter hinauf. Nach 100m Abfahrt platt. Reserve? Fehlanzeige. Reifen ist lt. Werbung unplattbar. Also den schoenen Downhill tw. zu Fuss, teilweise auf der Felge )-:. Uebrigens ein Teilstueck der Dakar-Rallye.
Heute platten LKW- Reifen. Damit ist der letzte Reservereifen verbraucht. Wir sind soeben nach Mendoza zurueck, um passenden Ersatz zu finden.
Aconcagua – Mendoza
Voller Erwartung auf einen Blick zum Aconcagua fahren wir auf den Pass. Dann – leider – wir sehen alle Berge frei, nur einen nicht. Der ist zu hoch und versteckt seinen Gipfel in Wolken. Wir haben aber ein tolles Panorama mit schneebedeckten Bergen.
Rundum karges Land mit einigen Bewohnern. Erstmals auf unserer Reise sehen wir Guanacos, die größeren Verwandten der Vicunas. Sie haben etwa die Größe unserer Hirsche.
Dann geht es abwärts, von 3.000m auf 1.000m. Die Straße der angeblich 365 Kurven. Mit dem Bike ein Vergnügen. Mit dem Truck genieße ich die Aussicht und beobachte die Guanacos.
Bei der Ankunft in Mendoza dann werde ich schon erwartet. Am zweiten Truck sind Aufhängungen gebrochen – abmontieren und zum Schweißen herrichten. Es gibt zwei Rasttage, an denen wir das erledigen können. (die Arbeits-Sicherheitschuhe habe ich daheim vergessen)
Die Gletscher kommen wieder
Fast 1.000km fahren wir nun durch wüstenartiges Gelände – unterbrochen von Oasen. Weitläufig ist das Land, kilometerlang geradeaus, gesäumt von kleinem dornigem Buschwerk. Immer in Form eines Tales. Nun werden die Berge höher. Sie sehen aus, als könnte man den Gipfel in einem oder zwei Tagesmärschen erreichen, doch: wir sind auf 2.000m, die Gipfel bis zu 6.000m. Auch die Distanzen sind enorm und täuschen das Auge, als wären die Berge nah. Es sind einfach die Dimensionen, die einen Europäer täuschen.
Nach langen bergauf führenden Geraden freuen sich unsere Teilnehmer, wenn sie unseren Truck mit der vorbereiteten Verpflegung sehen.
Unterwegs dann auch Pferde und Maultiere, als würden sie niemandem gehören. Keine Ahnung was sie fressen und wo sie Wasser finden.
Wir sind jetzt in Uspallata und nur mehr einen Tag von Mendoza entfernt. Morgen geht es noch auf einen Pass (2.800m), dann hinunter nach Mendoza. Vom Pass erwarten wir einen tollen Blick auf den Aconcagua – immerhin auch 75km entfernt.
100km geradeaus
durch die Wüste. Dann kommen völlig überraschend zwei Kehren, dann noch zwei Kilometer weiter und wir erreichen einen Campingplatz an einem kleinen Bach. Ein paar Meter weiter ein Stausee im Canyon. Der ladet zum Baden ein. Die große Überraschung nach 50m schwimmen – ein Blick in über den See in weites, freies Land. Unglaublich. Toll.
Baustelle: Straße gesperrt: Hurra!
Von Chilecito geht es in die Berge. Dort wird die Straße neu gebaut: Durchfahrt für die Radler, aber nicht für den Truck. Angeblich erst um19 Uhr. Wir organisieren Lunch für die Radler und sollen warten. Warten bedeutet für uns, einen Ausflug machen. Wir folgen einem Bachbett und im Endeffekt umrunden wir einen Felsblock, eher einen kleinen Berg. Mal ein schlechter Fahrweg, mal ein paar Tierspuren. Wir sind fasziniert von den rot-grün-Kontrasten. Rot die Felsen. Grün die Büsche entlang des Baches.
Wir, das sind meine Beifahrerin Annelot und ich, freuen uns sehr über die Möglichkeit dieser Wanderung. Am späten Nachmittag dürfen wir dann die Baustelle passieren.































