Wo der Pfeffer wächst

Jetzt sind wir wirklich dort, wo der Pfeffer wächst. Die Vegetation im Rio-Santa-Canyon war wechselhaft. Meist Wüste, praktisch ohne Bewuchs, dann mannhohe Kakteen, dann eine Quelle, eine Oase und Mangobäume. Nun, zwischen 2.000m und 3.000m säumen Pfefferbäume die Straße. Die Region wird intensiv landwirtschaftlich genutzt – nun sehr kleinstrukturiert, nicht die Agroindustrie entlang der Küste.

Ich freue mich schon auf den Rasttag in Huaraz. Ich habe vor, so weit als möglich in ein Seitental an den Fuß der Gletscher zu radeln bzw. gehen. Vielleicht erreiche ich das Basislager zum Toclaraju, den ich 1988 mit drei Freunden besteigen konnte  – unser erster 6.000er.

Standard

Rio Santa

Wir erreichen den Rio Santa und fahren ihn stromauf. Eine Mündung ist kaum auszumachen, da das Wasser fast ausschließlich für die Bewässerung der Wüste entlang der Küste verwendet wird (siehe „Bewässerung“).

Wir fahren durch immer enger werdende Schluchten, viele hundert Meter tief. Hier fällt nur dann Regen, wenn das Phänomen El Niño auftritt und sich die Meeresströmungen verändern. Dann spielt das Wetter in der Region verrückt.

Die Schluchten sind jedenfalls gewaltig, die Straße nicht steil. Ursprünglich hätte die Straße eine Eisenbahntrasse werden sollen. Nun rumpeln wir über Wellblechpisten stromauf. Nicht immer wissend, ob Tempo 20 oder 60 besser ist. Alles dazwischen rumpelt allzusehr. Ich entscheide mich doch oft für Tempo 60+. Das Ergebnis ist dann ein mehr schweben als Fahren, funktioniert aber selbst mit den 13t gut. Links und rechts dunkle Berge – die Cordillera Negro.

Die Schlucht verengt sich weiter und führt zu einem mehrere hundert Meter tiefen Canyon. Die Straße ist schmal, hat viele enge Tunnels und hat keine Leitplanken. Es ist schon ein spannend, den Kopf aus dem Fenster des LKW zu halten und direkt hundert Meter tief zum Fluss zu blicken, die das Fahrzeug an der Kante fährt.

Wir übernachten im Zelt. Grandioser Sternenhimmel. Wir beobachten auch die Scheinwerferkegel von Fahrzeugen, die sich mehrere hundert Meter über uns von Kehre zu Kehre bewegen. Unglaublich, wo es überall Straßen bzw. Fahrwege gibt.

Nach dem Ende der Schlucht weitet sich das Tal. Der Fluss dreht um 90° und wir erhalten Blicke auf die Cordillera Blanco, die schneebedeckte Cordillera mit dem Huascaran als höchsten Berg mit 6.800m. Wir machen mit dem LKW einen Sidestep etwa 1.000 Höhenmeter hinauf (auf 3.000 m) in Richtung Alpamayo, um diesen unglaublich schönen Berg zu sehen.

Wir sind von der Szenerie tief beeindruckt und freuen uns, nun fern der Pan Americana zu sein. Auffällig auch, dass es hier in den Bergen deutlich sauberer ist als in der Küstenregion. Keine Plastiksackerl mehr in fast jedem Busch.

 

Standard

Bewässerung

Unglaublich, dass aus den trockenen wüstenartigen Bergen Wasser gewonnen wird. Unendliche Wasserfassungen, Tunnel, offene Gerinne sammeln Wasser, um die Wüste an der Küste zu bewässern – für Zuckerrohr und Spargel !! Riesige Agroindustrie-Areale bestehen und werden weiter ausgebaut. Nicht zuletzt: 9 Mio. Einwohner von Lima wollen versorgt sein (wenn auch nicht mit dem Spargel). Das Erschließen neuer Äcker (in der Dimension von km² erfolgt mit gewaltigen Erdbewegungen mittel Schubraupen. Dann werden schmale Streifen Kompost aufgebracht und die Bewässerung eingerichtet. Mit Bussen werden die Mitarbeiter zu den Agro-Industrie-Komplexen gebracht.

 

Standard

Caraz

Nach zwei Tagen Bushcamp sitize ich nun im Internet-Shop in Caraz. Ich kann daher kein Bild hochladen. Das kommt spaeter.

Wir sind heute dem Rio Santa gefolgt durch unglaubliche Schluchten. Zuletzt habe ich dann noch einen Ausflug mit dem Lastauto draufgesetzt und wir sind vom Santatal Richtung Alpamayo (der unglaublich schoene Berg) abgebogen. 1.000 Hoehenmeter groebster Schotterweg. Es hat sich ausgezahlt. Insgesamt ein unglaublicher schoener Tag. Was wir heute gesehen haben, ist kaum an einem Tag zu verdauen.

Morgen geht es weiter nach Huaraz. Dort gibt es einen Rasttag. Ich werden ihn nutzen, um mit dem Rad in ein Seitental zu fahren und moeglichst weit hinauf zu kommen. 

Standard

Pazifik

Pazifik – wir sind drei Tage am Pazifik:

Wellenreiter en mas; Pelikane, diese Flugsauriern nicht unähnliche Spezies.

Ein kurzes Schwimmen geht sich aus. Temperatur vergleichbar mit Nordsee. Am Abend wird es empfindlich kühl. Die Landschaft von der Küste weg: Wüste.

Standard

Abfallwirtschaft

Abfall: Der Begriff „Wirtschaft“ wäre nicht angebracht. Bauschutt (immer vermischt mit anderen Abfällen) wird einfach am Stadtrand am Straßenrand abgekippt. Sonstige Abfälle werden mit Kippern gesammelt und außerhalb der Stadt verbracht. Dort liegen dann auf mehrere km² verteilt Häufchen von je einer LKW-Lieferung. Kein Berg, keine Planie. Dazwischen einige Scavenger, die manches Aussortieren oder auch Abbrennen. Unglaublich, welchen Flächen hier mit Müll bedeckt sind in der Wüste.

 

Standard

Verkehr in Peru

Hauptverkehrsmittel im Kurzstreckenbetrieb ist das MotoTaxi (siehe Foto). Produkt meist aus China. Der Herstellername WANXIN sagt schon alles (X=S). Die Geräte fahren jedenfalls kreuz und quer. Mitfahren macht einigen Spaß.

Im Langstreckenbereich dominieren 4-achsige Stockautobusse. Das sind die einzigen Fahrzeuge hier, die Tempo machen und auch beim Überholen Druck machen.

In der Mittelstrecke Sammeltaxi – 9-sitzig.

PKW fast nicht vorhanden, sonst PickUp ab Baujahr 1960. PKW deutscher Herkunft wären hier unbrauchbar. In jedem Ort befinden sich mehrere Schwellen, damit niemand zu schnell fahre. Diese Schwellen sind tw. nur im Schritttempo zu überfahren. Daher gibt es hier auch keine tiefgelegten Autos – eher hochgelegte, um die Schwellen unbeschadet zu überstehen.

Bedeutung ausgewählter Verkehrszeichen:

                Rote Ampel = Stoptafel

                Stoptafel = Hupen vor dem Passieren der Kreuzung

                Einbahnstraße = Gegenverkehr hat Vorrang

Wir haben bislang keinen Unfall gesehen. Alle fahren mit sehr viel Übersicht. Die ist auch notwendig, wenn Motorräder auf der Landstraße rechts über das Bankett überholen während links der Überlandbus hupend überholt.

Standard

Bushcamp

Am Abend des 15.8. schlafen wir im Bushcamp, genauer: in der Wüste im Zelt. Wir sind also nicht in der nächsten Stadt angekommen. Sofort wurden wir von der Polizei gesucht. Nachdem wir 40 Personen wohlbehalten gefunden waren, war alles ok und der Polizist sehr froh.

Heute in Lambayeque ein Museum besucht, in dem die Ausgrabungen aus einer Pyramide der Vor-Inca-Zeit ausgestellt sind – die Gräber sowie deren Beigaben zweier Führer aus dem 3. Und 7. Jh. n.Chr.: Viel Gold, Silber und Kupfer.

Übrigens: Die Incas waren in der Region Nord-Peru nur 60 Jahre herrschend, dann kamen schon die Spanier.

 

Standard

Peru

Wir erreichen Peru. Schlagartig ändert sich die Vegetation. Es wird trocken.

Wir werden aber empfangen wie Staatsgäste. Knapp nach der Grenzstation holt uns die Polizei ein, fragt was wir vorhaben und begleitet den Truck sowie die Radfahrer über die ersten 100km auf Schritt und Tritt. Wir fahren mit drei Motorrädern vor uns und einem Polizeiauto hinter uns. Sicherer ist kein Staatsbesuch unterwegs. Die ganze Nacht über bewacht ein Polizist die zwei LKW und das Hotel.

 

Standard

Essen

Ja, was essen wir? Bzw. Was wird hier gegessen? In Ecuador

Fleisch

Am Häufigsten Huhn (rd. 2 kg pro Stück, dabei aber nicht fett). Gekocht, oder gebraten.

Weniger oft Schwein, teilweise als Ganzes am Grill – sehr gut

Noch weniger Rind, teilweise in der Suppe

Praktisch gar nicht Ziege oder Schaf. Sieht man auch kaum herumlaufen.

Das Fleisch sieht in den Märkten sehr gut aus, schmeckt auch gut, wenn auch vielleicht nicht alle EU-Hygienevorschriften eingehalten sind. Am Foto die Anlieferung zum Markt.

Obst / Gemüse

Viel Obst. Bananen zum Niederknien gut, besonders die Kleinen. Grüne Kochbananen gegrillt als Beilage oder als Chips (wesentlich besser als unsere Bananenchips). Papaya, Orangen, Äpfel, Avocado (supergut), Passionsfrucht, Melonen.

Auf jedem Markt gibt es Jugo – gemixten Obstsaft. Den gibt es auch zu jedem Frühstück (übrigens fast immer mit Ei).

Vom Rest wissen wir nicht, was es ist.

 

Übrigens: Morgen 14.8. geht es nach Peru.

 

Standard