Puerto Natales

Wir erreichen wieder den Pazifik. Na ja –bis zum offenen Meer sind es rund 200 km vorgelagerter Inseln. Eine Kleinstadt, vergleichbar mit einer kleinen Bezirkshauptstadt.

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Der Wind: weiterhin angeblich 90 km/h. Heute auf Asphalt und Wind meist von hinten.

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Wir sitzen Mittags im Holzhaus eines Cafe. Die Wände wackeln. Lt. Einheimischen bläst der Wind üblicherweise mit 60-70 km/h. Gestern wären es 110 km/h gewesen.

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Torres del Paine

Der erste Blick:

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Wir campen am Ende der Straße. Ein Abendspaziergang: wunderschöne Orchideen, Vögel, ein Fuchs.

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Am nächsten Tag: Näher zu den Torres. Ich gehe, so weit es geht. 500 Höhenmeter über den offiziellen Aussichtspunkt hinaus bis zum Gletscher. Unfassbar: Da ragen Granitpfeiler 2.000m in die Höhe – senkrecht. Die Drei Zinnen sind dagegen Spielzeug.

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Nach drei Stunden Fußmarsch haben wir auch einen exklusiven Lunch zubereitet:

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Übrigens habe ich das Wandern ausgiebig getan. Erst vom See noch 500m hinauf zum Gletscher, dann noch in einem zauberhaften Urwald einen Bach stromauf. Insgesamt 11 Stunden – war herrlich.

Am Abend zeigt Patagonien, dass es Wind geben kann. Ein mittlerer Wind von 100km/h wirbelte durch die Zelte. Am kommenden Tag. 100km/h Wind auf Schotter. Eine Herausforderung für die Radfahrer – bei unglaublich tollen Blicken über Seen auf Berge und Gletscher.

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Cerro Castillo

 

Bei einem Bushcamp auf einer wunderschönen grünen Wiese mitten in der trockenen Pampa begegne ich einem lieben kleinen Fuchs. Wir betrachten uns gegenseitig ausführlich.

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Am kommenden Tag erreichen wir wieder Chile und kommen nach Cerro Castillo. Dieses Dorf soll einst Anfang 20.Jh aus einer Estancia entstanden sein, die damals der weltgrößte Rinderproduzent gewesen sein soll – mit einem riesigen Weidegebiet.  Auch heute grasen noch dichte Rinderherden.

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Wir freuen uns. Erstmals sehen wir Condore, diese riesigen Raubvögel mit mehr als 2m Flügelspannweite.

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Das Dorf ist der Mittelpunkt  der Gemeinde Torres del Paine. Und die Torres sind unser nächstes Ziel.

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Perito-Moreno-Gletscher

Mit dem Truck fahren wir zu viert (vom Staff, da außerhalb des Programmes) am späten Abend Richtung Perito-Moreno-Gletscher. Wir wollen 1. ohne andere Touristen den Gletscher sehen und 2. keinen Eintritt bezahlen (rd. 20 US$). Also bis zum Eingang des Nationalparks. Doch – wir sind zu früh. Der Eingang ist noch besetzt. So nächtigen wir unweit des Nationalpark-Einganges in einem Wäldchen – nach langem Geplausche und zwei Flaschen Wein. Morgenwache zur Abfahrt um 5 Uhr. Passt. Wir können den Eingang ungehindert und ungefragt passieren. Nach rund 35km dann der erste Blick. Beeindruckend. Da steht eine Mauer aus Eis mit einer Höhe von rd. 50m über eine Länge von 5km mitten im See.

Es knallt und kracht. Dauernd fallen Eisteile aus der Mauer in den See. Bis zur Größe eines Einfamilienhauses. Das Eis stammt aus einem Eisfeld der Größe Niederösterreichs und presst sich durch das schmale Tal (nur 3km breit). So bewegt sich die Gletscherzunge pro Tag um 2m nach vorne. Da bricht schon einiges ab.

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Es regnet leicht und so ergibt sich ein toller Regenbogen über dem Gletscherbruch.

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Bis die ersten Touristen kommen, haben wir ausführlich besichtigt. Ein toller Morgen.

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Fiz Roy

Ganz haben wir es nicht geschafft, bis zum Fuße des Fiz Roy, diesen Berg mit der bewegten Besteigungsgeschichte. Es wäre eine Sackgasse von 100km (und zurück) zu fahren. Das ist für die Tour dann doch zu viel. Kurz hat er sich aber doch gezeigt. Auch aus 100km Entfernung sind die Granitspitzen beeindruckend.

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Vor dem Berg der Lago Viedma, an dessen Ende ein Teil des riesigen Eisfeldes an der Grenze Chile-Argentinien in den See fließt. Das Eisfeld ist das größte nicht polare Eisfeld und erstreckt sich Nord-Süd über etwa 300km.

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Beim Fotografieren ist mir dann noch eine Gans vor die Linse geflogen.

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Tres Lagos

Tres Lagos, ein Hauptort in der Mitte von Nichts. Bis zu den nächsten Orten sind es jeweils rund 150 km nach Süden bzw. nach Norden. Dazwischen nichts, außer einer Handvoll Estancia und ein paar Rudel Guanacos. Dem Namen des Ortes zufolge suche ich Seen, kann aber keine finden.

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Interessant die Zusammensetzung der Hügel, die überwiegend aus Schotter bestehen. Runder Schotter, also müssen die Steine einmal vor einigen vielen Jahren von einem Bach, einem Fluss rundgescheuert worden sein. Die Steine sind mal Granit, mal Vulkangestein, mal Dolomit, also unterschiedlicher Herkunft. Viele sind mit einer Kalkschicht belegt. Also müssen sie im Wasser gelegen sein. In einer bestimmten Höhenschichte finde ich versteinerte Muscheln, also muss es auch ein Meer gegeben haben. Später muss sich dann das ganze Gebiet gehoben haben. Näheres zur Geologie von Patagonien interessiert mich nun.

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Ich freue mich schon, wenn wir wieder aus dem Pampa-Gebiet weiter nach Westen zu den Bergen kommen. In drei Tagen steht der Perito-Moreno-Gletscher von Cafayate aus am Programm. Einzig: Jetzt sind wir im trockenen Gebiet, in den Bergen ist Niederschlag wahrscheinlich.

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Nicht jeder See bringt Leben

Estancia La Siberia am Lago Cardina. Der See, etwa  25 km *25 km groß, umgeben von Wüste. Keine Pflanzen, nichts. Auffällig die Kalkablagerungen am Ufer. Das Wasser scheint etwas basisch zu sein. Angeblich strömen Gase aus vulkanischer Aktivität in den See. Der stürmische trockene Wind aus dem Westen trocknet jeden Regenfall – der selten ist – sofort aus.

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Die Estancia, eine kleine Oase, etwa 30 km vom nächsten Gebäude entfernt, 90 km vom nächsten Ort. Hier zu leben, braucht schon besondere Menschen. Übrigens: Die Estancia am Bild gehört einem Deutschen, der einmal pro Jahr auf Besuch kommt.

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Eine Oase in der Pampa

Wir starten in Las Horquetas. Das ist in der Straßenkarte 1:1 Mio eingezeichnet. Besteht aus einem Haus mit einem Bewohner. Hier in der Pampa sind die Häuser so weit voneinander entfernt, dass jedes einzelne Haus, jede Estancia als Ort eingezeichnet ist.

Die Pampa wird immer trockener. Der Wind trocknet alles aus. Das Gelände wird zur Wüste. Ein Fluss fließt mittendurch. Das Wasser kommt von den Bergen, rund 150-200km entfernt. Dort regnet es und die Berge bescheren diesen trockenen, unserem Föhn ähnlichen Wind.Wir kommen um die Ecke – ein weites Tal. Der Fluss verzweigt sich auf viele Äste, ein Hauptzweig macht weite Mäanderbogen. Das Tal ist vom Wind geschützt – es ist grün. Es gibt Teiche und sumpfiges Gebiet. Unzählige Tiere tummeln sich im Tal – (Wasser-)Vögel, Schafe, Kühe, Pferde.

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Wir nächtigen an der Estancia (einem Bauernhof) „Las Angostura“ (auch in der Straßenkarte eingezeichnet).

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Der Wind

Der Wind in Patagonien erscheint mir wie ein permanenter Föhnsturm. Im Westen die Berge – Chile und Grenzgebiet Chile-Argentinien. Die Berge immer in Wolken. Mit Niederschlägen bis 4.000mm pro Jahr. Dann der „Föhnsturm“ als Westwind. Er bläst über die trockene Pampa. Trocknet die Pampa im Osten der hohen Berge aus. Die Wolken erinnern ohnehin an unsere „Föhnfische“. Und der Sturm ist wirklich heftig, aber nicht kalt.

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Das Rennen

„The Andes Trail“ ist nicht nur eine touristische Ausfahrt. Es ist auch ein beinhartes Rennen. An etwa jedem zweiten Tag erfolgt eine Zeitnehmung. Nach 92 Tagen ist das Rennen spannender denn je zuvor. Die beiden Führenden trennen nur rund 2 Stunden. Einer ist stärker auf ebenem Asphalt, der andere auf unbefestigten Straßen und am Berg. Es kommt auf die Verfassung in den folgenden Tagen an. Der momentan Zweite holte in den vergangenen Wochen unaufhörlich auf. Heute – bei massivem Gegenwind  – war er wieder 40min vor dem bislang Führenden im Ziel.

Es bleibt spannend bis zum letzten Tag.

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